Quellenhöhle

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Der schon in der Römerzeit bekannte Hévízer Heilsee befindet sich am südwestlichen Ende des Plattensees, im westlichen Tal des, in NS-Richtung durchziehenden Hügels.
Für das Gebiet um den Hévízer Heilsee herum ist eine sehr gebrochene Bergkonstruktion charakteristisch. Die Seequelle hat sich wahrscheinlich entlang den, NS-, und NW-SO- Quellhorizonten herausgebildet.
Entlang den Quellhorizonten sind die Schichten aus der Trias stufenweise gesunken. Der Quellentrichter mit einer Tiefe von unter 38 Metern liegt auf pannonischem Lehm und Sandstein, während der, über 38 Meter liegende Teil auf Hauptdolomit aus der Trias.

Der Quellenkrater ist wahrscheinlich so entstanden, dass das, entlang den vorstehenden Quellhorizonten aufquellende Thermalwasser zwischen die Lehm- und Sandsteinschichten unter der Torfschicht drang und vermischte sich mit dem kälteren Spaltwasser, im Anschluss daran wurde der Quellentrichter mit einem Durchmesser von etwa 70 x 90 Metern durch das warme Wasser im lockeren Gestein ausgespült.

Das Seewasser strömt durch die, in einer Tiefe von 38 Metern liegenden Öffnung des Quellenkorridors ins Seebett. Um 3,5 Meter nach Innen in den Quellenkorridor ist die wunderschöne Kugelnische der Quellenhöhle in 41 Metern tiefe zu finden. Der Durchmesser der Kugelnische beträgt etwa 16 Meter, in der Mitte wird sie durch einen Schlammsattel geteilt.

Links des Quellenkorridors liegt der sogenannte "Kaltseitenteil", welcher nach der, bei Entdeckung der Höhle noch funktionierenden 17,2 C° Karstquelle genannt worden ist. Rechts des Quellenkorridors liegt der sogenannte "Warmseitenteil", wo der See - als Ergebnis der Mischung, aus 10 unterschiedlichen Quellenspalten quellender Wasser mit verschiedenen Temperaturen zwischen 20,2 C° und 39,8 C° - vom 37,8 C° Wasser gespeist wird.

Nach der Kalkulation geometrischer Gradienten entspringt das Wasser in 900 Metern tiefe. Nach Ermittlung des Wasseralters (C 14) ist das, den See speisende Mischwasser 5600 Jahre alt (Messergebnis aus dem Jahre 2005).

Entdeckung der Quellenhöhle

Die Gebäude des Seebades sind zwischen 1864 und 1869 nach den Entwürfen vom Hencz Antal, Architekt in Keszthely, gebaut worden. Während der, den Bauarbeiten vorausgegangenen Tiefenmessungen hat sich die Form des Seebeckens abgezeichnet. Im August 1907 sind vom Jordán Károly über die Seetiefe erneute Messungen an mehr Hundert Punkten des Sees durchgeführt worden. Vom Seeboden hat er Proben mittels eines Probenamegerätes genommen, doch einmal ist er unter der steilen Bettwand stecken geblieben, und das Seil ist beim Aufzug direkt gerissen worden. Dabei hat er entdeckt, dass es eine horizontale Höhle am Boden der steilen Wand des Seebodens geben soll und wahrscheinlich durch diese Höhle fließt das Wasser in den See. In den 80er Jahren ist dieses Tiefmessgerät während der Reinigungsarbeiten der Quellenöffnung von Tauchern gefunden worden.

Die Mieter des Seebades interessierten sich nach wie vor für die Entsprungsstelle des Sees, deshalb haben sie die Ungarische Königliche Seebehörde in Fiume aufgesucht, damit sie zum Zwecke einer Untersuchung Taucher und Taucherausrüstung bereitstellen.
Der, auf Antrag vom Lóczy Lajos am 25. Januar 1908 geschickte Schwerttaucher konnte nicht tiefer als 22 Meter tauchen. Der Versuch ist 10 Monate später, am 8. November 1908 wiederholt worden, doch dann konnten sie lediglich eine Tiefe von 12 bis 18 Metern erreichen. Es ist festgestellt worden, dass in einer Tiefe von 12 Metern aus der Richtung der Wandrisse starker Wasserstrom zu spüren ist. Mit dieser, sich später als falsch erwiesenen Feststellung sind die Forschungen eingestellt worden.

Der See hat das Geheimnis seiner Quelle noch lange aufbewahrt. Im Frühling 1953 sind von der Hydrogeologischen Abteilung des Balneologischen Landesforschungsinstitutes mit der Führung des Balneologen der ORFI, Cziráki József, Untersuchungen zur Forschung des Hévízer Heilsees, sowie dessen Krater organisiert worden. Zu den Unterwasserprüfungen sind auch die Tiefseetaucher der Öffentlichen Brückenverwaltung hinzugezogen worden. Während der Tauchen ist die 38 Meter Tiefe mehrmals erreicht worden, doch kein Wasseraufbruch ist am Fußpunkt des Kraters gefunden.

Während der, nicht zu Aufschluss-, oder Forschungszwecken durchgeführten Untertauchen ist die Stelle, wo das Wasser entspringt, von drei Leichttauchern, mit der Leitung von Wunder László am 14. Dezember 1958 in einer Tiefe von 38 Metern am Boden, am Fußpunkt der, sich als Fortsetzung vertikaler Felsenwand herausgebildeten Neigung gefunden worden. 1971 hat die Tauchergruppe der Zentralorganisation für Hochwasserschutz und Binnengewässerschutz OVH auf Antrag und Bitte der Wasserdirektion Westtransdanubiens ein Durchflussmengenmessgerät installiert.
Die Arbeiten sind zwischen 28. Februar und 31. Mai 1972 mit der Leitung des Tauchermeisters, Kovács György, und Plózer István vorgenommen worden. Im Wege des aufquellenden Wassers standen Holz, Schutt und Kulturabfall. Nach Entfernung des Schuttes ist an deren Stelle eine neue Schlammschicht gerutscht, doch an der linken Seite des Wasseraufbruches hat sich eine deutliche Querfläche abgezeichnet.
Am 16. März 1972 haben sich die Taucher in die ausgeweitete Quellenöffnung eingepresst und sind überrascht gewesen, denn das Wasser ist aus einem beinahe horizontalen Höhlengang nach außen geströmt. Sie haben in die Höhle hereingeleuchtet, doch die Lampenlicht ist nirgendwo reflektiert worden, die große Wassermenge hat das Licht absorbiert, woraus zu vermuten war, dass die Höhle noch länger ist.
Wegen erneuter Schlammrutschungen sind die weitere Aufschlussarbeiten als gefährlich eingestuft und die Forschungen sind eingestellt worden.

Die planmäßigen, wissenschaftlichen Aufschlussarbeiten des Quellensystems sind auf Antrag der VITUKI, mit der fachlichen Leitung vom Dr. Böcker Tivadar, unter Mitwirkung der AMPHORA KSC im Jahre 1975 begonnen worden. Im September 1975 haben die Taucher: Plózer István, Ember Sándor, Kovács György, Szilágyi Károly den Quellenraum zum ersten Mal erreicht.
Infolge der Wassergewinnung in enorm großer Menge im Bauxitbergbau in Bakony sind zur Feststellung der Reduzierung der Durchflussmenge komplexe Wassertemperaturschutzarbeiten begonnen worden. Nach Einstellung des Bauxitbergbaus im Jahre 1991 begann die Durchflussmenge der Quellen anzusteigen, bis zur Jahrtausendwende hat sie sich um etwa 30 % erhöht.

 

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